Bundeswehr Attraktivitätsgesetz: Soldaten künftig besser geschützt

Dienstunfähigkeitsversicherung SoldatDas Gesetz zur Steigerung der Attraktivität des Dienstes in den Streitkräften – kurz Bundeswehr Attraktivitätsgesetz – wurde verabschiedet. Die Neuregelungen sehen viele Verbesserungen für den Dienst als Soldat vor. Doch obwohl die Arbeitsbedingungen für Soldaten immer attraktiver werden sollen, bestehen nach wie vor Versorgungslücken.

Das Attraktivitätsgesetz der Bundeswehr sieht einige Verbesserungen in der Absicherung für Soldaten vor. Die vier Kernbereiche sind eine bessere Altersvorsorge für Zeitsoldaten, eine Erweiterung der Hinzuverdienstgrenze, eine Anpassung des Versorgungsausgleichs bei Ehescheidung nach Vorbild von Beamten sowie gleiche Maßstäbe in der Versorgung bei Bundeswehreinsätzen. Die Verbesserungen sollen nicht nur die aktuelle Situation der Soldaten verbessern, sondern auch einen attraktiven Arbeitsplatz für Neuzugänge schaffen. Denn die Bundeswehr muss dem wachsenden Personalmangel mit entsprechenden Maßnahmen begegnen.

Bundeswehr muss mit der Wirtschaft schritthalten

Die Bundeswehr konkurriert vor allem im technischen Bereich mit der freien Wirtschaft um Fachkräfte. Als Arbeitgeber versucht die Bundeswehr deshalb nun durch verbesserte Rahmenbedingungen wieder an Attraktivität zu gewinnen. Mit dem Motto „Aktiv. Attraktiv. Anders“ soll das neue Gesetz die Bundeswehr zu einem Arbeitgeber machen, der für seine Arbeitnehmer sorgt und Anreize bietet. Dazu gehören auch modernere Arbeitszeitmodelle, weniger Versetzungen und eine flexiblere Kinderbetreuung. Die Beschlüsse sollen bis Ende 2015 umgesetzt werden. Das begrüßt auch der Deutsche Bundeswehrverband. So hat der Bundesvorsitzende Oberstleutnant André Wüstner den Gesetzentwurf als „mehr als positiv bewertet“.

Wie sind Soldaten derzeit abgesichert?

Das neue Attraktivitätsgesetz betrifft wichtige Bereiche für den Berufsalltag und auch die Altersvorsorge. Doch einige Aspekte, wie der Krankenversicherungsschutz der Soldaten, bleiben von den Änderungen vorerst unberührt. Soldaten müssen sich, wie andere Beamte auch, privat krankenversichern. So sind Soldaten zwar über ihren Dienstherrn abgesichert. Doch anstelle von einer Beihilfe für ihre private Krankenversicherung, erhalten Soldaten eine kostenlose Versorgung bei ihrem Truppenarzt.

Bundeswehrverband: „Eine Reihe großer Herausforderungen steht noch bevor“

Der Bundeswehrverband begrüßt die Veränderungen durch das neue Gesetz und spricht über den 26. Februar von „einem guten Tag für die Bundeswehr“. Doch nach wie vor gibt es viele Herausforderungen, denen sich die Bundeswehr stellen muss, um als Arbeitgeber weiterhin attraktiv zu bleiben. Wüstner spricht dabei neben den Bereichen Ausrüstung und Infrastruktur auch von weiteren Verbesserungen für Soldaten und auch für Zivilbeschäftige bei der Bundeswehr.

Wo bestehen Versorgungslücken für Soldaten?

Eine große Versorgungslücke besteht immer noch beim Schutz gegen Dienstunfähigkeit. Sie ist das Pendant für Beamte zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Dieser Schutz hilft dabei, den gewohnten Lebensstandard aufrecht zu erhalten, wenn Beamte ihren Dienst nicht mehr ausüben können. Gerade Soldaten, die in ihrem Beruf ständigen Gefahren und auch starker psychischer Belastung ausgesetzt sein können, sollten hier privat Vorsorge treffen.